Tendinitis calcarea (Verkalkung der Sehnen der Rotatorenmanschette)
Im Rahmen dieser Erkrankung kommt es zu Verkalkungen im Ansatzbereich der Schultersehnen. Die Ursache hierin liegt in einer Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette und einer damit einhergehenden degenerativen Veränderung. Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Typisch für die sogenannte Kalkschulter ist der phasenhafte Verlauf der Erkrankung. Zu Beginn steht eine Zellumwandlung mit einer Flüssigkeitseinlagerung in die Sehne. Nachfolgend bildet sich ein Kalkdepot, das zu einer Schwellung des umliegenden Gewebes führen kann. Hierdurch kann sich das oben genannte Impingement-Syndrom ausbilden. In der dritten Phase löst sich das Kalkdepot auf. Insbesondere in diesem Stadium können massive Schmerzen entstehen. Typisch für diese Erkrankung sind Schmerzen beim Liegen auf der Schulter sowie ein belastungsabhängiger Schulterschmerz. Der Schmerz tritt auch aus der Ruhesituation heraus auf. Nachgewiesen wird die Verkalkung durch eine Ultraschalluntersuchung oder durch eine Röntgenuntersuchung (ggf. auch tomografische Untersuchung der Schulter).
Therapie
Im Rahmen der Behandlung sollte zunächst ein konservativer Therapieversuch unternommen werden. Erst einmal sollten die Schmerzen durch eine medikamentöse Therapie genommen werden. Wir empfehlen zusätzlich lokale Infiltrationen. Diese werden in der Regel mit Kortison durchgeführt. Im Rahmen der Punktionen sollte ein Anbohren (Needling) der Kalkherde erfolgen. Im Rahmen dessen kann es zu einer schnelleren Auflösung derselben kommen. Eine weitere Therapieoption stellt die Stoßwellenbehandlung dar. Insbesondere die konsolidierten Kalkansammlungen können hierdurch „beschossen“ und damit aufgelöst werden.
Sollte es trotz einer gut durchgeführten konservativen Behandlung zu keiner Beschwerdeverbesserung kommen, so kann im Rahmen einer Schultergelenksspiegelung (Schlüssellochtechnik) der Kalk entfernt werden.