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Leistungen | Fuß
Allgemein
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Die Füße, als Ende der unteren Extremitäten, benutzt der Mensch zum aufrechten Gang.
In der Medizin wird er in Vorfuß, Mittelfuß und Rückfuß eingeteilt. Das Gewicht
verteilt sich bei einem normal gebauten Fuß auf die Ferse und die Enden der Mittelfußknochen.
Sinkt er entlang des Längsgewölbes ab, ist eine Pattfußbildung die Folge, wohingegen eine Abflachung
des Quergewölbes zu einem Spreizfuß führt. Es können sich auch Mischformen bilden. Eine Abweichung
der Großzehe in Richtung Kleinzehe, Hallux valgus genannt, kommt, insbesondere bei Frauen, häufig vor.
Fußprobleme ziehen sich durch alle Altersklassen unserer Gesellschaft. Sie betreffen eine stetig steigende Zahl
von Erwachsenen, Jungendlichen und sogar Kindern. Dabei lassen sich die meisten Beschwerden durch Einlagen, angepasstes
Schuhwerk oder gezieltes krankengymnastisches Training deutlich lindern oder sogar ganz beseitigen. Manche Fehlstellungen
erfordern jedoch chirurgische Maßnahmen, um die Funktionsstörungen zu beheben und Schmerzen beseitigen zu können.
Ästhetische und kosmetische Probleme durch einen Eingriff zu behandeln, sind die absolute Ausnahme.
Zehenfehlstellungen
Hallux valgus
Der Hallux valgus ist die häufigste und bedeutsamste Zehenfehlstellung beim Menschen. Sie ist charakterisiert durch
eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach außen und einer Drehung der Zehe nach innen (Innenrotation).
Häufig kommt es mit der Zeit durch die Fehlbelastung des Gelenks zu einer schmerzhaften Arthrose im Großzehengrundgelenk
(Hallux rigidus).
Ursache für die Ausbildung eines Hallux valgus sind häufig eine vererbte, den gesamten Körper betreffende
Bänder- und Bindegewebsschwäche. Diese verursacht die Entstehung eines Senk-Spreizfußes. Durch die verminderte
Spannung des Bandapparates kommt es zu einer Abflachung des Fußlängsgewölbes und das beim Abrollen stark
belastete Quergewölbe weicht immer breiter auseinander und zeigt dadurch die Schwäche der Bandverbindungen zwischen
den Mittelfußknochen. Insbesondere ungeeignetes Schuhwerk z. B. mit zu engem Vorfußbereich oder zu stark
angehobener Ferse, das den Druck auf den Vorfuß um ein Vielfaches steigert, spielen eine wesentliche Rolle.
Durch die zunehmende Fehlstellung des Fußes kommt es zu veränderten Zugrichtungen der o.g. Sehnen. Je größer
die Fehlstellung desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Fehlbelastung des Großzehengrundgelenkes
ein frühzeitiger Knorpelverschleiß (Arthrose) eintritt. Desweiteren können sich im verlauf Entzündungen,
Schwellungen, nicht-bakterielle und sogar bakterielle Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) entwickeln. Im weiteren Verlauf
kann ein chronisch wiederkehrender, schmerzhafter Großzehenballen entstehen (chronische Schleimbeutelentzündung),
oftmals in Kombination mit Druckstellen. Im Endstadium der Erkrankung bestehen Dauerschmerzen.
Zur Behandlung besteht initial die Möglichkeit der konservativen Therapie (geeignetes Schuhwerk, Einlagen,
Eigenaktivität, schmerz- und entzündungshemmende Medikation, Schiene).
Bei dauerhaftem Beschwerdebild, kontrakter Fehlstellung sowie einer Winkelabweichung des 1. vom 2. Mittelfußknochen > 10°
(sog. intermetatarsaler Winkel) oder einer Winkelabweichung des 1. Mittelfußknochens zum Großzehengrundglied > 20°
(sog. Hallux- valgus- Winkel) sollte jedoch die operative Sanierung durchgeführt werden.
Hallux rigidus
Beim Hallux rigidus handelt es sich um eine Veschleißerscheinung mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung
(Anfangsstadium: "Hallux limitus") und anschließender Deformation des Großzehengrundgelenks (Arthrose).
Patienten berichten über ein schmerzhaft eingeschränktes Abrollen des Fußes sowie erheblich herabgesetzte
Belastbarkeit bei längerem Gehen. In der Anfangsphase der Erkrankung besteht zunächst noch eine ausreichende
Beugefähigkeit der Großzehe (sohlenwärts). Im Gegensatz dazu verringert sich die beim Laufen erheblich
wichtigere Streckfähigkeit (fußrückenwärts) für den Abrollvorgang immer mehr, sodaß sich
im Verlauf auch das Gangbild verändert. Es kommt zum sogenannten "Schongang" bzw. "Hinken", bei
dem der Patient den druckschmerzhaften Fuß häufig nach innen rotiert und bevorzugt über die Aussenkante abrollt.
Bei der sich über Jahre entwickelnden fortschreitenden Erkrankung steift die Großzehe im Grundgelenk immer
weiter ein, sodaß im Verlauf weder der Zehenstand noch Treppensteigen oder Bergaufgehen schmerzfrei möglich sind.
Desweiteren fällt neben einer Rötung, Schwellung und Überwärmung des Großzehengrundgelenks auch
oft ein Reibegeräusch auf.
In der Röntgenuntersuchung zeigen sich eine Gelenkspaltverschmälerung, Knochenveränderungen und die typischerweise
auftretenden knochenartigen Spornbildungen direkt am Gelenk.
Die Therapie wird zunächst konservativ mit Hilfe von manueller Krankengymnastik zum Erhalt der Beweglichkeit
des betroffenen Gelenkes in Kombination mit der Optimierung des Schuhwerks ("Ballenrolle"/ Einlagen) zur
Abrollhilfe eingeleitet. Weitere alternative Maßnahmen stehen zur Verfügung. Bei zunehmenden Schmerzen,
Unbeweglichkeit und Einsteifung des Großzehengrundgelenks gilt die operative Sanierung als "Therapie der Wahl".
Diese richtet sich nach der Ausprägung des Befundes: möglich ist eine Umstellung des Gelenkes bei noch erhaltener Gelenkfunktion.
In späteren Stadien wird das Gelenk entfernt und eine Prothese einbgebaut.
Hammerzehe
Unter "Hammerzehen" versteht man eine Zehenfehlsstellung, bei der es im Verlauf der Erkrankung zu einer
fixierten maximalen Beugung im Endglied kommt. Meistens tritt diese in Kombination mit anderen Fußfehlstellungen
(Hallux valgus oder Senk- Spreitzfuß) auf. Zu den Ursachen zählen neben der genetischen Komponente, Muskel-
und Nervenverletzungen sowie narbigen Veränderungen auch das Tragen von unpassendem Schuhwerk (hoher Absatz, enger
Vorfuß), bei dem die Fußmuskulatur durch die ständige Beugestellung der Zehen verkümmert.
Mit zunehmender Fehlstellung können im Verlauf neben den kosmetischen Problemen auch Schmerzen, Druckstellen bis
hin zum Clavus ("Hühnerauge") und eine statische Fehlbelastung auftreten. Nach der Diagnosestellung (Klinik,
evtl. Röntgen) erfolgt zunächst eine konservative Therapie (Einlagen, Fußgymnastik, Pediküre, Tragen
von bequemen Schuhen mit flacher Sohle), um der Fehlbelastung entgegenzuwirken. Bei zunehmendem Beschwerdebild ist die
anschließende Operation, bei der mehrere Verfahren zur Auswahl stehen, zur Korrektur der Zehenfehlstellung die einzige
Therapieoption. Dabei wird häufig die Teilentfernung des Mittelgliedkopfes der betroffenen Zehe gewählt, wodurch
die Fehlstellung gut korrigiert werden kann.
Fersenprobleme
Fersensporn
Es handelt sich um eine häufige, degenerative (verschleißbedingte) Erkrankung.
Die Ursache der Fersenspornentwicklung beruht in einer erhöhten Druck- und Zugbelastung der Sehnenansätze
am Fersenbeinkörper. Durch diesen Reiz werden Umbauprozesse in den Sehnenfasern in Gang gesetzt, die letztendlich
zu einer spornartigen, nach fußwärts gerichteten Knochenneubildung führt. Der Fersensporn kann durch seine
Druckbelastung zu einer Entzündungsreaktion des umgebenden Gewebes führen. Auslösende Faktoren für die
Entstehung eines Fersenspornes sind Alter (häufig zwischen 40.- 60. Lebensjahr), Übergewicht (Adipositas), schlechtes
Schuhwerk, Überlastungen (Beruf), Fußfehlbildungen mit Streckung des Fußlängsgewölbes (häufig:
Knick-Senkfuß, teilweise auch Spreizfuß). Nicht jeder Fersensporn verursacht Beschwerden. Patienten mit einem
schmerzhaften (symptomatischen) Fersensporn berichten über einen belastungsabhängigen Schmerz im Bereich der Ferse.
Je nach Erkrankungsstadium kann der Schmerz erst nach längerer Belastung auftreten oder permanent vorliegen. Typisch ist
auch der morgendliche Anlaufschmerz unter der Ferse, welcher sich im weiteren Tagesablauf zunächst wieder bessert. Der
Schmerzcharakter wird meistens als stechend, gelegentlich auch als brennend beschrieben und kann meistens punktuell genau
angegeben werden. Eine Schmerzausstrahlung in den Fuß wie auch in den Unterschenkel und die Achillessehne ist möglich.
Der Fersensporn ist eine Domäne der konservativen Therapie. Zu den allgemeinen Maßnahmen zählt alles, was zu
einer Reduzierung der Druck- und Zugbelastung am Fersensporn beiträgt: Korrektur von Fußfehlstellungen (Einlagenversorgung),
Fersenpolster mit Locheinlage/ Geleinlagen über dem Fersenspornbereich, Gewichtsreduktion und Schonung. Zu den physikalischen
Therapiemaßnahmen zählen Kälte- und Wärmeanwendungen sowie Ultraschallbehandlungen und die Stoßwellentherapie.
Bei letzterem werden sehr energiereiche mechanische Wellen auf den Fersensporn gerichtet. Durch eine Einsprossung von
Blutgefäßen soll die Entzündung abtransportiert werden. Dieser Prozess dauert circa 6 Wochen. Behandelt wird
in 2-3 Sitzungen in ca. wöchentlichem Abstand.
Begleitend kann auch eine medikamentöse Therapie eingesetzt werden. Nur bei ausgereizter konservativer Therapie kommt
die operative Intervention in Frage. Zur Zugentlastung wird bei einer Fersensporn-OP die Plantaraponeurose (ansetzende Sehnenplatte)
knochennah am Fersenbein abgelöst, nur bei sehr großem Fersensporn die Entfernung des Fersensporns selbst notwendig.
Dieser Eingriff kann minimal invasiv mittels Endoskopie durchgeführt werden. Eine Weichbettung der Ferse nach dem Eingriff ist notwendig.
Haglund-Ferse
Bei der Haglund-Ferse handelt es sich um eine angeborene Formvariante des Fersenbeins (Calcaneus). Oft macht diese keinerlei
Beschwerden, kann jedoch durch eine starke mechanische Belastung (beispielsweise dem Tragen von Schuhwerk mit hohen Absätzen
und harter Fersenkappe, Belastungen durch Sport, Fußfehlstellungen) zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion
(Schleimbeutel, Achillessehne, Calcaneus) mit eingeschränkter Gebrauchsfähigkeit des gesamten Beines führen.
Oft ist die Fersenhaut gerötet und geschwollen sowie stark druckschmerzhaft. Auch die Achillessehne selbst kann
aufgetrieben und "zugempfindlich" sein. Die Verdachtsdiagnose wird mit Hilfe bildgebender Diagnostik erhärtet:
röntgenologisch finden sich knöcherne Ausziehungen des Calcaneusrandes, im Ultraschall kann sich ein
flüssigkeitsgefüllter Schleimbeutel sowie eventuell eine Verdickung der Achillessehne darstellen. Auch hier gilt
zunächst die Durchführung einer konservativen Therapie mittels Tragen von optimalem Schuhwerk (Einlagen, freie
Ferse, Weichbettung), Reduktion der Risikofaktoren (Gewicht) und Schonung des betroffenen Fußes. Desweiteren tragen
Verfahren wie krankengymnastische Therapie, Kälte- und Wärmeanwendungen sowie die Ultraschall- als auch die
toßwellentherapie in Kombination mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten zur Linderung des Beschwerdebildes bei.
Die Ursache selbst kann jedoch nur durch eine operative Sanierung beseitigt werden, in der der Knochensporn des Felsenbeinkörpers
abgetragen und entzündlich verändertes Gewebe entfernt wird.

