
Medizinisches Glossar
Verständliche Erklärungen zu Fachbegriffen aus Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie – kompakt erklärt von unseren Fachärzten in Wiesbaden und Idstein.
- Verständliche Erklärungen zu Diagnosen und Verfahren
- Begriffe aus Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie
- Aktuell aus unseren Praxen in Wiesbaden und Idstein
Auf einen Blick
- 125 Fachbegriffe
- Sortiert von A–Z
- Fachärztlich geprüft
125
Fachbegriffe
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Medizinische Fachbegriffe
125+ Begriffe aus Orthopädie, Chirurgie, Unfallchirurgie und Privatleistungen – verständlich erklärt
ACP-Therapie (Autologes conditioniertes Plasma)
Die ACP-Therapie ist eine Eigenblutbehandlung, bei der aus dem Blut des Patienten konzentriertes Plasma gewonnen und direkt in das geschädigte Gelenk oder Gewebe injiziert wird. Die enthaltenen Wachstumsfaktoren fördern die natürliche Heilung von Knorpel, Sehnen und Bändern – ohne den Einsatz von Fremdsubstanzen. Eingesetzt wird sie bei Arthrose, Sehnenverletzungen sowie Sportverletzungen.
Achillessehnenriss
Ein Achillessehnenriss ist die vollständige oder teilweise Durchtrennung der stärksten Sehne des menschlichen Körpers, die Ferse und Wade verbindet. Er entsteht häufig bei Sportlern durch plötzliche Beschleunigung oder Richtungswechsel. Typisches Zeichen ist ein hörbares „Knacken“ gefolgt von starken Schmerzen und Gehunfähigkeit. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Spezialschuh oder operativ durch Sehnennaht.
Adhäsive Kapsulitis
→ siehe: Frozen Shoulder
Ambulante Operation
Eine ambulante Operation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Patient am selben Tag nach Hause entlassen wird – ohne stationären Krankenhausaufenthalt. Typische ambulante Eingriffe umfassen Hernienchirurgie, Koloproktologie, Kreuzbandersatz, Meniskus-Operationen, Schulter-Operationen, Fußchirurgie sowie unfallchirurgische Eingriffe.
AMIC (Autologe Matrix-induzierte Chondrogenese)
Die AMIC ist ein modernes Knorpelregenerationsverfahren, das Mikrofrakturierung mit der Abdeckung durch eine Kollagenmatrix kombiniert. Durch die Matrix werden Stammzellen aus dem Knochen gebunden und zur Knorpelneubildung angeregt. Das Verfahren wird bei umschriebenen Knorpeldefekten am Knie und Sprunggelenk eingesetzt.
Analabszess
Ein Analabszess ist eine eitrige Entzündung im Bereich des Afters oder des umliegenden Gewebes, die durch Bakterien verursacht wird. Er entsteht häufig aus einer infizierten Proktodäaldrüse und ist die häufigste Ursache einer Analfistel. Die Behandlung erfolgt durch operative Spaltung und Drainage des Abszesses.
Analfissur
Eine Analfissur ist ein schmerzhafter Einriss der Schleimhaut im Analkanal, der typischerweise beim Stuhlgang starke Schmerzen und Blutungen verursacht. Sie entsteht häufig durch harten Stuhlgang oder chronische Verstopfung. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Salben oder operativ durch Sphinkterotomie.
Analfistel
Eine Analfistel ist ein krankhafter Gang zwischen dem Analkanal und der Hautoberfläche in der Afterregion, der meist aus einem Analabszess entsteht. Sie verursacht chronische Sekretion, Schmerzen und Entzündungen. Die Behandlung ist operativ und richtet sich nach dem genauen Verlauf der Fistel.
Analvenenthrombose
Eine Analvenenthrombose ist eine schmerzhafte Blutgerinnselbildung in einer äußeren Hämorrhoidalvene, die zu einer prallen, bläulichen Schwellung am After führt. Sie tritt häufig nach starker körperlicher Belastung oder Durchfall auf. Die Behandlung erfolgt durch operative Entfernung des Thrombus oder konservativ mit schmerzlindernden Salben.
Aponeurektomie
Die Aponeurektomie ist die operative Entfernung der erkrankten Palmaraponeurose bei Morbus Dupuytren. Dabei werden die verhärteten Stränge, die die Finger in eine Beugestellung zwingen, chirurgisch entfernt. Das Ziel ist die Wiederherstellung der vollen Fingerstreckung.
Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
Die Arthroskopie ist ein minimalinvasives chirurgisches Verfahren, bei dem ein Gelenk durch kleine Schnitte mit einer Kamera und Instrumenten untersucht und behandelt wird. Sie wird häufig am Knie, der Schulter, dem Sprunggelenk und dem Handgelenk eingesetzt. Gegenüber offenen Operationen bietet sie kürzere Heilungszeiten und geringere Komplikationsraten. Auch bekannt als: Gelenkspiegelung.
Arthrose
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der der schützende Knorpel im Gelenk zunehmend abgebaut wird. Dies führt zu Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit, besonders bei Belastung. Betroffen sind häufig Knie, Hüfte, Schulter und Sprunggelenk. Die Behandlung umfasst sowohl konservative als auch operative Optionen.
Bandrekonstruktion
Die Bandrekonstruktion ist die operative Wiederherstellung eines gerissenen oder instabilen Bandes, zum Beispiel am Kreuzband oder Sprunggelenk. Je nach Befund wird das Band genäht, gestrafft oder durch ein körpereigenes Sehnentransplantat ersetzt. Sie ist häufig nach Sportverletzungen notwendig.
Bandscheibenvorfall
Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn der gallertartige Kern einer Bandscheibe durch den Faserring austritt und auf Nerven oder das Rückenmark drückt. Dies verursacht Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen, die in Arme oder Beine ausstrahlen können. Die Behandlung erfolgt je nach Schweregrad konservativ oder operativ.
Beckenbodeninsuffizienz (Inkontinenz)
Die Beckenbodeninsuffizienz bezeichnet eine Schwäche oder Schädigung der Muskel-Bindegewebs-Platte, die die Beckenorgane (Blase, Darm, Gebärmutter) trägt und stützt. Sie kann zu Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz oder Organabsenkungen führen. Die Behandlung erfolgt häufig interdisziplinär gemeinsam mit Gynäkologen und Urologen.
Broström-Gould-Plastik
Die Broström-Gould-Plastik ist eine operative Technik zur Rekonstruktion der Außenbänder des Sprunggelenks bei chronischer Bandinstabilität. Die gerissenen oder ausgeleierten Bänder werden dabei gestrafft und mit umliegendem Gewebe verstärkt. Sie gilt als Goldstandard bei der operativen Behandlung der chronischen Sprunggelenkinstabilität.
Carpaltunnelsyndrom / Karpaltunnelsyndrom
Das Carpaltunnelsyndrom (CTS) ist ein Engpasssyndrom des Nervus medianus im Handgelenkskanal, das Kribbeln, Taubheit und Schmerzen in Daumen, Zeige- und Mittelfinger verursacht. Besonders nachts sind die Beschwerden ausgeprägt. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Schienen oder operativ durch Karpaldachspaltung (Neurolyse). Auch bekannt als: Karpaltunnelsyndrom.
Chevron-Osteotomie
Die Chevron-Osteotomie ist ein operatives Verfahren zur Korrektur des Hallux valgus, bei dem der erste Mittelfußknochen V-förmig durchtrennt und der Zehenknochen in die korrekte Position verschoben wird. Sie eignet sich besonders für leichte bis mittelschwere Fehlstellungen. Die Fixierung erfolgt mit kleinen Schrauben oder Drähten.
Chondrofiller
Chondrofiller ist ein injektionsfähiges Knorpelersatzmaterial auf Hyaluronsäurebasis, das zur Füllung und Regeneration von Knorpeldefekten eingesetzt wird. Es wird arthroskopisch in den Knorpeldefekt eingebracht und fördert die Neubildung von Knorpelgewebe. Angewendet wird es häufig in Kombination mit Nanofrakturierung am Sprunggelenk und am Großzehengrundgelenk.
Coxarthrose
→ siehe: Hüftschmerzen / Hüft-TEP. Die Coxarthrose ist eine Arthrose des Hüftgelenks mit fortschreitendem Knorpelabbau, der zu Schmerzen in der Leiste, am Oberschenkel und bei Belastung führt. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt und der Schlaf durch Nachtschmerzen gestört. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis zur Hüftgelenkprothese (Hüft-TEP).
D-Arzt / Durchgangsarzt
Ein Durchgangsarzt (D-Arzt) ist eine Ärztin oder ein Arzt mit besonderer unfallmedizinischer Qualifikation und Beteiligung am Durchgangsarztverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung. Nach einem Arbeits-, Schul- oder Wegeunfall beurteilt der D-Arzt die Verletzung, entscheidet über die weitere Behandlung und koordiniert das Heilverfahren.
Darmkrebsvorsorge
Die Darmkrebsvorsorge umfasst alle Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs, insbesondere die Darmspiegelung (Koloskopie). Ab dem 50. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf eine Vorsorge-Koloskopie. Bei der Untersuchung können Polypen direkt entfernt werden, bevor sie sich zu Krebs entwickeln.
Darmspiegelung
→ siehe: Koloskopie
Denervierung
Die Denervierung ist ein operativer Eingriff, bei dem schmerzleitende Nerven eines Gelenks gezielt durchtrennt werden, um chronische Gelenkschmerzen zu reduzieren. Sie wird häufig am Handgelenk bei fortgeschrittener Arthrose eingesetzt, wenn eine Versteifung vermieden werden soll. Das Gelenk bleibt beweglich, die Schmerzwahrnehmung kann deutlich reduziert werden.
Dupuytren (Morbus Dupuytren)
Morbus Dupuytren ist eine gutartige Erkrankung der Palmaraponeurose, bei der sich Bindegewebsstränge in der Handinnenfläche verdicken und die Finger in eine Beugestellung ziehen. Betroffen sind häufig der Ring- und Kleinfinger. Die Behandlung erfolgt operativ durch Aponeurektomie oder minimalinvasiv durch Nadelaponeurotomie.
Eigenbluttherapie
→ siehe: ACP-Therapie. Die Eigenbluttherapie (ACP/PRP) ist ein biologisches Behandlungsverfahren, bei dem aus dem Blut des Patienten Wachstumsfaktoren konzentriert und in geschädigtes Gewebe injiziert werden. Sie fördert die Regeneration von Knorpel, Sehnen und Bändern ohne den Einsatz von Fremdsubstanzen.
Eingewachsener Zehennagel
→ siehe: Unguis incarnatus / Emmert-Plastik
Emmert-Plastik
Die Emmert-Plastik ist eine operative Behandlung des eingewachsenen Zehennagels (Unguis incarnatus), bei der der betroffene Nagelanteil samt Nagelmatrix und Nagelwall entfernt und der Defekt mit einer Hautplastik verschlossen wird. Sie senkt das Risiko eines erneuten Einwachsens deutlich. Der Eingriff erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung.
Endoprothese / Gelenkersatz / Totalendoprothese (TEP)
Eine Endoprothese ist ein künstliches Gelenk, das ein verschlissenes oder zerstörtes natürliches Gelenk vollständig oder teilweise ersetzt. Sie wird aus biokompatiblen Materialien wie Titan, Keramik und Polyethylen gefertigt und im Knochen verankert. Moderne Prothesensysteme sind sehr langlebig. Auch bekannt als: Gelenkersatz, Totalendoprothese, TEP.
ESWT / Stoßwellentherapie
Die ESWT (Extrakorporale Stoßwellentherapie) ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, bei der hochenergetische Schallwellen auf schmerzhafte Gewebezonen gerichtet werden. Sie kann die Durchblutung fördern, Verkalkungen lösen und die Heilung von Sehnen und Knochen anregen. Eingesetzt wird sie bei Fersensporn, Kalkschulter, Tennisellenbogen und chronischen Sehnenbeschwerden. Auch bekannt als: Stoßwellentherapie.
Fersensporn
Der Fersensporn ist ein knöcherner Ausläufer am Fersenbein, der durch chronische Überlastung der Plantarfaszie entsteht. Er verursacht stechende Schmerzen unter der Ferse, besonders bei den ersten Schritten am Morgen. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Einlagen, Physiotherapie und Stoßwellentherapie (ESWT) oder operativ.
Fibrom
→ siehe: Weichteiltumor
Fraktur
Eine Fraktur ist ein Knochenbruch, der durch direkte Gewalteinwirkung, Überlastung oder krankhafte Knochenveränderungen entsteht. Je nach Art und Lage des Bruchs erfolgt die Behandlung konservativ mit Gips oder operativ mit Platten, Schrauben oder Nägeln.
Frozen Shoulder (Adhäsive Kapsulitis)
Frozen Shoulder ist eine schmerzhafte Einsteifung des Schultergelenks durch Entzündung und Schrumpfung der Gelenkkapsel. Die Beweglichkeit ist in alle Richtungen stark eingeschränkt, besonders das Heben des Arms. Die Therapie erfolgt durch Physiotherapie, Kortison-Injektionen oder arthroskopische Kapsulotomie. Bei konsequenter Behandlung bessern sich die Beschwerden in den meisten Fällen deutlich. Auch bekannt als: Adhäsive Kapsulitis.
Fußschmerzen
Fußschmerzen sind ein häufiges Beschwerdebild, das viele Ursachen haben kann: Hallux valgus (Ballenzeh), Hallux rigidus (Großzehenarthrose), Fersensporn, Sprunggelenkinstabilität, Krallenzehen oder Sehnenbeschwerden. Die Diagnose erfordert eine gezielte orthopädische oder fußchirurgische Abklärung.
Ganglion
Ein Ganglion ist eine gutartige, mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Zyste, die häufig am Handgelenk oder Fuß entsteht. Es verursacht meist keine Schmerzen, kann aber bei Druck auf Nerven Beschwerden auslösen. Die Behandlung erfolgt operativ durch Entfernung des Ganglions samt Stiel.
Gelenkersatz
→ siehe: Endoprothese
Gelenkspiegelung
→ siehe: Arthroskopie
Gonarthrose
→ siehe: Kniearthrose / Knieschmerzen
Hallux rigidus
Der Hallux rigidus ist eine Arthrose des Großzehengrundgelenks, die zu Schmerzen und zunehmender Versteifung der Großzehe führt. Betroffen sind häufig ältere Patienten oder Menschen nach Verletzungen des Zehengelenks. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis zur operativen Gelenkversteifung (MTP-Arthrodese).
Hallux valgus
Der Hallux valgus ist eine Fehlstellung der Großzehe, bei der diese nach außen abweicht und ein schmerzhafter Ballen am Großzehengrundgelenk entsteht. Er ist eine der häufigsten Fußdeformitäten und wird durch enges Schuhwerk begünstigt. Die operative Korrektur erfolgt durch verschiedene Osteotomie-Verfahren, z. B. Chevron-Osteotomie oder Lapidus-Arthrodese.
Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind Erweiterungen der Gefäßpolster im Analkanal, die bei Vergrößerung Blutungen, Juckreiz, Nässen und Schmerzen verursachen können. Sie werden in vier Schweregrade eingeteilt. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen über Sklerosierung bis zur operativen Entfernung.
Handschmerzen
Handschmerzen können viele Ursachen haben: Karpaltunnelsyndrom, Schnappfinger (Tendovaginitis stenosans), Morbus Dupuytren, Ganglion, Skidaumen oder Handgelenksarthrose. Eine gezielte handchirurgische Abklärung ist zur Diagnosestellung erforderlich.
Handgelenksarthrose
Die Handgelenksarthrose ist ein degenerativer Verschleiß des Handgelenks mit Knorpelabbau, Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit. Sie entsteht häufig nach Verletzungen oder durch chronische Überlastung. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis zur Denervierung oder Versteifung.
Handgelenksarthroskopie
Die Handgelenksarthroskopie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Handgelenks. Über kleine Schnitte werden Kamera und Instrumente eingeführt, um Bänder, Knorpel und Sehnen zu beurteilen und zu behandeln.
Hernie
Eine Hernie (Bruch) entsteht, wenn Organe oder Gewebe durch eine Lücke in der Bauchwand oder im Zwerchfell austreten. Häufige Formen sind Leisten-, Nabel- und Narbenbrüche. Die Behandlung ist operativ, entweder offen oder minimalinvasiv (laparoskopisch).
Hernienchirurgie
Die Hernienchirurgie umfasst alle operativen Verfahren zur Behandlung von Bauchwandbrüchen (Hernien). Sie erfolgt offen oder laparoskopisch, häufig unter Verwendung modernster Netzmaterialien zur Stabilisierung der Bauchwand.
Hiatushernie
Eine Hiatushernie ist ein Zwerchfellbruch, bei dem Teile des Magens durch den Speiseröhrendurchlass des Zwerchfells in den Brustraum verlagert werden. Sie verursacht häufig Sodbrennen und Schluckbeschwerden. Die Behandlung erfolgt konservativ oder operativ im Rahmen der Viszeralchirurgie.
Hüftdysplasie
Die Hüftdysplasie ist eine angeborene oder erworbene Fehlentwicklung der Hüftgelenkspfanne, bei der der Hüftkopf nicht ausreichend überdacht wird. Sie erhöht das Risiko einer frühzeitigen Hüftarthrose erheblich. Die operative Versorgung erfolgt je nach Schweregrad durch gelenkerhaltende Eingriffe oder Endoprothetik.
Hüftgelenkserguss
Ein Hüftgelenkserguss ist eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Hüftgelenk. Der Begriff beschreibt zunächst einen Befund und nicht automatisch eine bestimmte Erkrankung. Flüssigkeit kann sich etwa bei Verschleiß oder Entzündung ansammeln; möglich sind Schwellung und Schmerzen. Ursache und Bedeutung müssen im Zusammenhang mit den Beschwerden und dem ärztlichen Untersuchungsbefund eingeordnet werden. Auch bekannt als: Erguss im Hüftgelenk.
Hüftschmerzen
Hüftschmerzen sind ein häufiges Beschwerdebild, das auf Coxarthrose (Hüftgelenkverschleiß), Hüftdysplasie, Bursitis oder Muskelverspannungen hinweisen kann. Typische Symptome sind Schmerzen in der Leiste, am Oberschenkel und bei Belastung sowie Nachtschmerzen.
Hüft-TEP
Die Hüft-TEP (Totale Endoprothese) ist der vollständige operative Ersatz des Hüftgelenks durch eine künstliche Prothese aus Titan, Keramik und Polyethylen. Sie wird eingesetzt, wenn konservative Maßnahmen bei fortgeschrittener Hüftarthrose keine ausreichende Schmerzlinderung mehr bringen. Moderne Hüft-TEPs sind sehr langlebig. Die Operation dauert in der Regel ca. 60 Minuten.
Hyaluronsäure-Injektion
Die Hyaluronsäure-Injektion ist eine konservative Behandlung bei Gelenkarthrose, bei der Hyaluronsäure direkt in das Gelenk injiziert wird. Sie verbessert die Gelenkschmierung, reduziert Schmerzen und kann die Notwendigkeit einer Operation hinauszögern.
Impingement-Syndrom
Das Impingement-Syndrom der Schulter beschreibt das Einklemmen von Sehnen oder Schleimbeuteln unter dem Schulterdach bei Armbewegungen. Es verursacht Schmerzen beim Heben des Arms. Die Behandlung erfolgt in aller Regel konservativ mit Physiotherapie und Injektionen; eine Operation ist nur noch selten erforderlich.
Inkontinenz
→ siehe: Beckenbodeninsuffizienz
Inverse Schulterprothese
Die inverse Schulterprothese ist eine spezielle Schultergelenkprothese, bei der die anatomischen Verhältnisse umgekehrt werden: Die Kugel sitzt am Schulterblatt, die Pfanne am Oberarmknochen. Sie wird eingesetzt, wenn die Rotatorenmanschette nicht mehr rekonstruierbar ist und ermöglicht auch Patienten ohne funktionierende Rotatorenmanschette, den Arm wieder zu heben.
Kalkschulter
Die Kalkschulter (Tendinosis calcarea) ist eine Erkrankung der Schultersehnen, bei der sich Kalkablagerungen in der Rotatorenmanschette bilden. Sie verursacht starke, oft plötzlich auftretende Schmerzen in der Schulter, besonders nachts und beim Heben des Arms. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Stoßwellentherapie (ESWT) oder operativ durch arthroskopische Kalkentfernung.
Kinderchirurgie
Die Kinderchirurgie umfasst operative Eingriffe bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, die besondere anatomische und anästhesiologische Kenntnisse erfordern. Häufige Eingriffe sind Hernien, Phimosen und Verletzungsversorgungen.
Klavikulafraktur / Schlüsselbeinbruch
Die Klavikulafraktur (Schlüsselbeinbruch) ist ein häufiger Knochenbruch nach Sturz auf die Schulter oder direkter Gewalteinwirkung. Je nach Bruchtyp und Verschiebung erfolgt die Behandlung konservativ mit Rucksackverband oder operativ mit Platte und Schrauben. Sie ist eine typische Sportverletzung. Auch bekannt als: Schlüsselbeinbruch.
Kniearthrose (Gonarthrose)
Die Kniearthrose (Gonarthrose) ist eine degenerative Erkrankung des Kniegelenks mit Knorpelabbau, Schmerzen, Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit. Sie ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen und betrifft besonders ältere und übergewichtige Menschen. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis zur Knie-TEP oder Schlittenprothese (Teilgelenkersatz). Auch bekannt als: Gonarthrose.
Knieschmerzen
Knieschmerzen sind eines der häufigsten orthopädischen Beschwerdebilder. Ursachen können Meniskusrisse, Kreuzbandrisse, Kniearthrose (Gonarthrose), Kniescheibeninstabilität oder Knorpelschäden sein.
Knie-TEP
Die Knie-TEP (Totale Endoprothese) ist der vollständige operative Ersatz des Kniegelenks durch eine künstliche Prothese. Sie wird eingesetzt, wenn konservative Maßnahmen bei fortgeschrittener Kniearthrose keine ausreichende Schmerzlinderung mehr bringen. Den Zeitpunkt der Operation bestimmt in Absprache mit dem Arzt der Patient selbst – das oberste Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität.
Knochenödem
Das Knochenödem ist eine Flüssigkeitsansammlung im Knochen, die im MRT sichtbar wird und ein Zeichen von Überlastung, Verletzung oder beginnender Arthrose ist. Es verursacht Schmerzen und Druckempfindlichkeit im betroffenen Bereich. Die Behandlung erfolgt durch Entlastung, Magnetfeldtherapie oder medikamentös.
Knorpelchirurgie
Die Knorpelchirurgie umfasst alle operativen Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden in Gelenken. Moderne Verfahren wie Mikrofrakturierung, Nanofrakturierung, AMIC und Knorpelzelltransplantation ermöglichen die Regeneration von Knorpelgewebe.
Knorpelzelltransplantation
Die Knorpelzelltransplantation (ACT) ist ein zweizeitiges Verfahren, bei dem körpereigene Knorpelzellen entnommen, im Labor vermehrt und anschließend in den Knorpeldefekt implantiert werden. Sie eignet sich für größere Knorpeldefekte bei jungen, aktiven Patienten.
Koloproktologie
Die Koloproktologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen des Dickdarms, Enddarms und Afters befasst. Dazu gehören Hämorrhoiden, Analfissuren, Analfisteln, Pilonidalsinus und Darmkrebs-Vorsorge.
Koloskopie (Darmspiegelung)
Die Koloskopie (Darmspiegelung) ist eine endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarms zur Vorsorge und Diagnostik. Dabei können Polypen direkt entfernt und Gewebeproben entnommen werden. Sie ist die wichtigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Auch bekannt als: Darmspiegelung.
Krallenzehe
Die Krallenzehe ist eine Fehlstellung der Zehen, bei der die Mittel- und Endglieder dauerhaft gebeugt sind und die Zehe eine klauenartige Form annimmt. Sie verursacht Druckschmerzen und Hornhautbildung durch Reibung im Schuh. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Einlagen oder operativ durch Sehnenkorrektur.
Kreuzband
Das Kreuzband (vorderes oder hinteres) ist ein zentrales Stabilisierungsband im Kniegelenk, das Scherkräfte aufnimmt und die Kniestabilität sichert. Ein Kreuzbandriss entsteht häufig bei Sportunfällen mit Drehbewegung. Die Behandlung erfolgt bei aktiven Patienten operativ durch Kreuzbandrekonstruktion (VKB-Plastik).
Kreuzbandrekonstruktion / VKB-Plastik
Die Kreuzbandrekonstruktion (VKB-Plastik) ist die operative Wiederherstellung des gerissenen vorderen Kreuzbandes mittels körpereigenem Sehnentransplantat (z. B. Patellasehne oder Semitendinosus-Sehne). Sie wird arthroskopisch durchgeführt und ermöglicht die Rückkehr zum Sport nach ca. 6–9 Monaten.
Kurzschaftprothese
Die Kurzschaftprothese ist eine minimalinvasive Hüftprothese mit einem kürzeren Schaft, die mehr natürliche Knochensubstanz erhält als konventionelle Prothesen. Sie ist besonders für jüngere, aktive Patienten geeignet und ermöglicht eine physiologischere Kraftübertragung.
Lapidus-Arthrodese
Die Lapidus-Arthrodese ist eine operative Versteifung des Tarsometatarsalgelenks I zur Korrektur des Hallux valgus, besonders bei hypermobilem Mittelfuß. Sie bietet eine dauerhafte Korrektur der Fehlstellung und kann ein Wiederauftreten in der Regel vermeiden. Die Nachbehandlung erfordert eine Entlastungsphase von mehreren Wochen.
Laparoskopie
Die Laparoskopie (Bauchspiegelung) ist ein minimalinvasives chirurgisches Verfahren, bei dem Kamera und Instrumente über kleine Schnitte in die Bauchhöhle eingeführt werden. Sie wird in der Hernienchirurgie und Viszeralchirurgie eingesetzt und ermöglicht kürzere Heilungszeiten als offene Operationen.
Leistenbruch
Ein Leistenbruch (Leistenhernie) entsteht, wenn Bauchinhalt durch eine Schwachstelle in der Leistengegend austritt und eine tastbare Vorwölbung bildet. Er verursacht Druckschmerzen bei Belastung und muss operativ versorgt werden, da das Risiko einer Einklemmung besteht. Die Operation erfolgt offen oder laparoskopisch, häufig mit Netzeinlage.
Lipom
→ siehe: Weichteiltumor
Loge de Guyon
Die Loge de Guyon ist ein Kanal an der Handwurzel, durch den der Nervus ulnaris verläuft. Ein Engpasssyndrom in diesem Kanal verursacht Kribbeln und Schwäche im Kleinfinger und Ringfinger. Die Behandlung erfolgt operativ durch Neurolyse (Nervenbefreiung).
Magnetfeldtherapie
Die Magnetfeldtherapie ist eine physikalische Behandlungsmethode, bei der gepulste Magnetfelder auf erkranktes Gewebe einwirken. Sie fördert die Durchblutung, regt den Knochenstoffwechsel an und kann Schmerzen lindern. Eingesetzt wird sie bei Knochenödem, Arthrose und verzögerter Knochenheilung.
Meniskus
Der Meniskus ist eine halbmondförmige Knorpelscheibe im Kniegelenk, die als Stoßdämpfer und Stabilisator dient. Ein Meniskusriss entsteht häufig durch Verdrehung des Knies bei Sport oder durch degenerativen Verschleiß. Die Behandlung erfolgt arthroskopisch durch Meniskusnaht (Erhalt) oder Meniskusteilentfernung.
Meniskusnaht
Die Meniskusnaht ist die arthroskopische Naht eines gerissenen Meniskus zur Erhaltung des Meniskusgewebes. Sie ist der Meniskusentfernung vorzuziehen, da der Meniskus wichtige Schutzfunktionen für den Knorpel übernimmt. Die Heilungszeit nach Meniskusnaht beträgt bis zu 6 Monate.
Metallentfernung
Die Metallentfernung ist die operative Entfernung von Osteosynthesematerial (Schrauben, Platten, Nägel) nach abgeschlossener Knochenheilung. Sie erfolgt ambulant und ist in der Regel ein unkomplizierter Eingriff.
Mikrofrakturierung
Die Mikrofrakturierung ist ein arthroskopisches Verfahren zur Knorpelregeneration, bei dem kleine Bohrkanäle in den Knochen unter dem Knorpeldefekt gesetzt werden. Dadurch strömen Stammzellen aus dem Knochenmark in den Defekt und bilden Faserknorpel. Sie ist ein bewährtes Verfahren bei umschriebenen Knorpelschäden.
Morbus de Quervain
Morbus de Quervain ist eine Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung) der Streckersehnen des Daumens am Handgelenk. Sie verursacht Schmerzen an der Daumenwurzel, besonders beim Greifen und Drehen der Hand. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Schiene und Injektionen oder operativ durch Sehnenscheidenspaltung.
MRT (Magnetresonanztomographie)
Die MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das ohne Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder von Weichteilen, Knorpel, Bändern und Sehnen liefert. Sie ist unverzichtbar für die Diagnose von Meniskusrissen, Kreuzbandverletzungen, Knorpelschäden und Knochenödemen.
MTP-Arthrodese
Die MTP-Arthrodese ist die operative Versteifung des Großzehengrundgelenks (Metatarsophalangealgelenk) bei fortgeschrittenem Hallux rigidus. Sie kann die Schmerzen dauerhaft lindern und ein weitgehend normales Gangbild ermöglichen. Die Zehe wird dabei in einer funktionell günstigen Position fixiert.
Nabelbruch
Ein Nabelbruch (Nabelhernie) entsteht, wenn Bauchinhalt durch eine Lücke im Bereich des Nabels austritt. Er ist häufig bei Säuglingen und Erwachsenen nach Schwangerschaft oder Übergewicht. Die Behandlung ist operativ, entweder durch direkte Naht oder mit Netzeinlage.
Nanofrakturierung
Die Nanofrakturierung ist eine Weiterentwicklung der Mikrofrakturierung mit feineren Bohrkanälen, die eine höhere Dichte an Stammzellen im Knorpeldefekt ermöglichen. Sie führt zu einer besseren Qualität des regenerierten Knorpelgewebes und wird häufig in Kombination mit anderen Knorpelregenerationsverfahren angewendet.
Narbenbruch
Ein Narbenbruch (Narbenhernie) entsteht an der Stelle einer früheren Operationsnarbe, wenn die Bauchwand nicht vollständig verheilt ist. Er zeigt sich als Vorwölbung an der Narbe, besonders bei Belastung. Die Behandlung ist operativ, häufig mit Netzeinlage zur Stabilisierung.
Neurolyse
Die Neurolyse ist die operative Befreiung eines eingeklemmten oder vernarbten Nervs aus umgebendem Narben- oder Druckgewebe. Sie wird bei Karpaltunnelsyndrom, Sulcus-ulnaris-Syndrom und Loge-de-Guyon-Syndrom eingesetzt.
Omarthrose
Die Omarthrose ist eine Arthrose des Schultergelenks mit fortschreitendem Knorpelabbau, der zu Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit führt. Im fortgeschrittenen Stadium ist das Heben des Arms kaum noch möglich. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis zur Schulterprothese (Schulter-TEP).
Orthopädie
Die Orthopädie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Diagnose, Behandlung und Prävention von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats befasst. Dazu gehören Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder.
Osteosynthese
Die Osteosynthese ist die operative Stabilisierung eines Knochenbruchs mit Metallimplantaten wie Platten, Schrauben, Nägeln oder Drähten. Sie ermöglicht eine frühzeitige Mobilisierung und Belastung des gebrochenen Knochens. Nach abgeschlossener Heilung kann das Material operativ entfernt werden (Metallentfernung).
Patellaluxation
Die Patellaluxation ist die Verrenkung der Kniescheibe aus ihrer normalen Position in der Kniescheibenrinne. Sie tritt häufig bei jungen, sportlich aktiven Menschen auf und kann zu Knorpelschäden führen. Die Behandlung erfolgt konservativ oder operativ durch Stabilisierung der Kniescheibenführung.
Periarthritis
Die Periarthritis ist eine Entzündung des Gewebes rund um ein Gelenk, häufig an der Schulter (Periarthritis humeroscapularis). Sie verursacht Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, besonders beim Heben des Arms. Die Behandlung erfolgt konservativ durch Physiotherapie, Injektionen oder Stoßwellentherapie.
Phimose
Die Phimose ist eine Verengung der Vorhaut, die das Zurückstreifen über die Eichel verhindert. Sie kann angeboren oder erworben sein und verursacht Schmerzen, Entzündungen und Harnprobleme. Die Behandlung erfolgt operativ durch Zirkumzision (Beschneidung) oder Vorhautplastik, auch im Kindesalter.
Pilonidalsinus (Steißbeinfistel)
Der Pilonidalsinus (Steißbeinfistel) ist eine chronische Entzündung in der Gesäßfalte, die durch eingewachsene Haare entsteht. Er verursacht Schmerzen, Schwellungen und Sekretion in der Steißbeinregion. Die Behandlung ist operativ durch Exzision des Fistelgangs. Auch bekannt als: Steißbeinfistel.
Polyp
Ein Polyp ist eine gutartige Schleimhautwucherung, die häufig im Dickdarm vorkommt. Bestimmte Polypen (Adenome) können sich zu Darmkrebs entwickeln und werden daher bei der Darmspiegelung direkt entfernt.
Rezidiv
Ein Rezidiv bezeichnet das Wiederauftreten einer Erkrankung nach erfolgreicher Behandlung. In der Chirurgie betrifft es z. B. das erneute Auftreten einer Hernie (Rezidivhernie) oder eines Schnappfingers nach Ringbandspaltung. Das Rezidivrisiko wird im Aufklärungsgespräch vor der Operation transparent besprochen.
Ringbandspaltung
Die Ringbandspaltung ist die operative Erweiterung des eingeengten Ringbandes einer Beugesehne bei Schnappfinger (Tendovaginitis stenosans). Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die Finger können nach der Operation sofort wieder bewegt werden.
Rotatorenmanschette
Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk stabilisieren und Bewegungen ermöglichen. Ein Riss der Rotatorenmanschette entsteht durch Verletzung oder degenerativen Verschleiß. Die Behandlung erfolgt konservativ oder arthroskopisch operativ.
Rotatorenmanschettennaht
Die Rotatorenmanschettennaht ist die arthroskopische oder offene operative Naht eines Risses in der Rotatorenmanschette der Schulter. Sie hat die Wiederherstellung der Schulterfunktion und eine Linderung der Beschwerden zum Ziel. Die Nachbehandlung umfasst eine Ruhigstellung und anschließende Physiotherapie.
Schlüsselbeinbruch
→ siehe: Klavikulafraktur
Schlittenprothese / Teilprothese
Die Schlittenprothese (unikondyläre Knieprothese) ist ein partieller Gelenkersatz, der nur den verschlissenen Gelenkanteil des Knies ersetzt. Sie ist weniger invasiv als eine Knie-TEP und erhält mehr natürliche Knochensubstanz. Sie eignet sich bei isolierter medialer oder lateraler Kniearthrose als Alternative zur Vollprothese. Auch bekannt als: Teilprothese.
Schnappfinger
Der Schnappfinger (Tendovaginitis stenosans) ist eine Erkrankung, bei der eine Beugesehne durch ein eingeengtes Ringband nicht mehr reibungslos gleiten kann und beim Beugen oder Strecken des Fingers einschnappt. Er verursacht Schmerzen und Bewegungsbehinderung. Die Behandlung erfolgt durch Ringbandspaltung.
Schulterinstabilität
Die Schulterinstabilität ist eine wiederkehrende oder chronische Neigung des Schultergelenks zur Verrenkung (Luxation), meist nach einem Erstereignis. Sie betrifft häufig junge, sportlich aktive Menschen. Die Behandlung erfolgt operativ durch Stabilisierung der Schultergelenkkapsel.
Schulterschmerzen
Schulterschmerzen sind ein häufiges Beschwerdebild mit vielen möglichen Ursachen: Rotatorenmanschettenriss, Frozen Shoulder, Schulterinstabilität, Kalkschulter, Omarthrose oder Impingement-Syndrom. Eine gezielte orthopädische Abklärung ist zur Diagnosestellung erforderlich.
Schulter-TEP
Die Schulter-TEP ist der operative Ersatz des Schultergelenks durch eine künstliche Prothese. Sie wird eingesetzt bei fortgeschrittener Schulterarthrose oder irreparablen Rotatorenmanschettenrissen. Je nach Befund wird eine anatomische oder inverse Schulterprothese implantiert.
Sehnenriss
Ein Sehnenriss ist die vollständige oder teilweise Durchtrennung einer Sehne durch Verletzung oder degenerativen Verschleiß. Häufige Lokalisationen sind die Achillessehne, Rotatorenmanschette und Bizepssehne. Die Behandlung erfolgt konservativ oder operativ durch Sehnennaht oder -rekonstruktion.
Skidaumen
Der Skidaumen ist eine Verletzung des ulnaren Seitenbandes am Daumengrundgelenk, die häufig beim Skifahren durch Sturz auf den ausgestreckten Daumen entsteht. Er verursacht Instabilität und Schmerzen beim Greifen. Die Behandlung erfolgt konservativ mit Schiene oder operativ durch Bandnaht.
Spinalnarkose
Die Spinalnarkose (Spinalanästhesie) ist eine regionale Betäubungsform, bei der ein Lokalanästhetikum in den Wirbelkanal injiziert wird und die untere Körperhälfte betäubt. Sie wird häufig bei Hüft- und Knieoperationen als Alternative zur Vollnarkose eingesetzt, besonders für Patienten, denen eine Vollnarkose nicht empfohlen wird.
Sportmedizin
Die Sportmedizin befasst sich mit der Prävention, Diagnose und Behandlung von Sportverletzungen sowie der medizinischen Betreuung von Sportlern. Sportmedizinische Leistungen umfassen Bewegungsanalysen, Verletzungsversorgung und Leistungsoptimierung.
Sprunggelenksfraktur
Die Sprunggelenksfraktur ist ein Knochenbruch im Bereich des oberen Sprunggelenks, der häufig nach Umknicktrauma oder direkter Gewalteinwirkung auftritt. Betroffen sind meist die Knöchel (Innen-, Außen- oder hinterer Knöchel). Die Behandlung erfolgt je nach Schweregrad konservativ (Gips/Schiene) oder operativ durch Schrauben- und Plattenosteosynthese.
Stressfraktur (Ermüdungsfraktur)
Die Stressfraktur ist ein Knochenbruch, der durch wiederholte mechanische Belastung ohne einmaliges Trauma entsteht. Sie tritt häufig bei Läufern, Soldaten oder Sportlern auf – bevorzugt an Mittelfußknochen, Schienbein oder Fersenbein. Die Diagnose erfolgt per MRT, da Röntgenbilder in der Frühphase oft unauffällig sind.
Syndesmosenverletzung
Die Syndesmosenverletzung bezeichnet eine Schädigung des Bandapparats zwischen Schien- und Wadenbein (Syndesmose) im Bereich des oberen Sprunggelenks. Sie entsteht meist durch Rotationstrauma und kann isoliert oder in Kombination mit einer Sprunggelenksfraktur auftreten. Unbehandelt führt sie zu chronischer Instabilität.
Talusfraktur
Die Talusfraktur ist ein seltener, aber schwerwiegender Knochenbruch des Sprungbeins (Talus). Da der Talus eine zentrale Rolle für die Blutversorgung des Fußes spielt, besteht ein hohes Risiko für eine avaskuläre Knochennekrose. Die Behandlung ist fast immer operativ.
Tendinopathie
Die Tendinopathie bezeichnet degenerative Veränderungen einer Sehne ohne klassische Entzündungszeichen. Häufig betroffen sind Achillessehne, Patellasehne und Rotatorenmanschette. Ursachen sind chronische Überlastung, Fehlbelastung oder mangelnde Regeneration. Die Therapie umfasst exzentrisches Training, Stoßwellentherapie und ggf. PRP-Injektionen.
Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung)
Die Tendovaginitis ist eine Entzündung der Sehnenscheide, die die Sehne umhüllt und mit Gleitflüssigkeit versorgt. Sie entsteht durch Überlastung, repetitive Bewegungen oder Infektionen. Typische Symptome sind Schmerz, Schwellung und Krepitation (Reiben) bei Bewegung. Behandlung: Ruhigstellung, Kühlung, NSAR, ggf. Kortison-Infiltration.
Tibiaschaftfraktur
Die Tibiaschaftfraktur ist ein Knochenbruch des Schienbeins im mittleren Schaftbereich. Sie zählt zu den häufigsten Frakturen der langen Röhrenknochen und entsteht durch direkte Gewalt oder Torsionskräfte. Die operative Versorgung erfolgt meist mittels Marknagelung.
Tibiakopffraktur (Plateaufraktur)
Die Tibiakopffraktur ist ein Knochenbruch im Bereich des Schienbeinkopfes, der die Gelenkfläche des Kniegelenks bildet. Sie entsteht durch axiale Stauchung oder Valgus-/Varustrauma. Je nach Klassifikation (Schatzker I–VI) erfolgt die Behandlung konservativ oder operativ mit dem Ziel der anatomischen Gelenkflächenrekonstruktion.
Totalendoprothese (TEP)
Die Totalendoprothese (TEP) ist der vollständige künstliche Gelenkersatz, bei dem sowohl die gelenkbildenden Knochen- als auch die Knorpelflächen durch Implantate ersetzt werden. Am häufigsten werden Knie-TEP und Hüft-TEP eingesetzt. Indikation: fortgeschrittene Arthrose mit Versagen konservativer Therapien.
Umstellungsosteotomie
Die Umstellungsosteotomie ist ein operativer Eingriff, bei dem der Knochen durchtrennt und in einer korrigierten Achsstellung wieder fixiert wird. Ziel ist die Entlastung eines geschädigten Gelenkabschnitts durch Verlagerung der Belastungsachse. Häufige Anwendung: Kniegelenk bei medialer oder lateraler Gonarthrose als gelenkerhaltende Alternative zur TEP.
Valgusdeformität
Die Valgusdeformität bezeichnet eine Achsabweichung, bei der das distale Segment nach außen (lateral) abweicht. Beispiele: Hallux valgus (Großzehe), Kniegelenk-Valgus (X-Bein). Ursachen sind angeboren, posttraumatisch oder degenerativ. Behandlung je nach Schweregrad: Einlagen, Physiotherapie oder operative Korrektur.
Varusdeformität
Die Varusdeformität ist das Gegenteil der Valgusdeformität: Das distale Segment weicht nach innen (medial) ab. Beispiel: O-Bein (Genu varum). Häufige Ursache für mediale Gonarthrose durch einseitige Gelenkbelastung. Therapie: konservativ oder operativ (Umstellungsosteotomie).
Weichteilschaden
Der Weichteilschaden beschreibt die Verletzung von Muskeln, Sehnen, Bändern, Haut und Gefäßen im Rahmen eines Traumas. Er wird nach Tscherne (geschlossen) oder Gustilo-Anderson (offen) klassifiziert und beeinflusst maßgeblich den Operationszeitpunkt und die Prognose bei Frakturen.
Wundheilungsstörung
Die Wundheilungsstörung bezeichnet eine verzögerte oder fehlerhafte Heilung einer Wunde nach Verletzung oder Operation. Risikofaktoren sind Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Infektionen, Rauchen und Mangelernährung. Behandlung: Wunddébridement, Vakuumtherapie (VAC), ggf. Revisionsoperation.
Zyste (Knochenzyste / Ganglion)
Eine Knochenzyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Knochen, der zu Schwächung und pathologischen Frakturen führen kann. Ein Ganglion ist eine gutartige, zystische Weichteilgeschwulst, häufig an Gelenken oder Sehnenscheiden. Behandlung: Beobachtung, Punktion oder operative Entfernung bei Beschwerden.
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